Jannik ist heute ein Kind, das sich vom Gesundheitszustand her total stabilisiert hat - er hat keine Probleme mit Essen, keine Beatmungslungen-Probleme, Bradykardien (Herzfrequenzabfälle) oder Apnoen ( Atemaussetzer) hatte er nach seiner Entlassung nie mehr.Und trotzdem ist Jannik ein zu 100%-schwerbehindertes Kind, ein Resultat seiner Hirnblutung IV. Grades.
Aufgrund
dieser Hirnblutung kam das natürliche Druckgleichgewicht des
Gehirnwassers im Schädel aus dem Tritt, sein Köpfchen wuchs
unkontrolliert, da Hirnwasser die Hohlräume im Gehirn ausdehnte.
Dadurch wurde noch ein weiteres Organ in Mitleidenschaft gezogen
- der Sehnerv wurde gequetscht.
Folge - Jannik ist extrem sehbehindert - es ist aber noch nicht
genau festzustellen wie stark die Sehbehinderung wirklich sein
wird- Lesen und Schreiben im herkömmlichen Sinne wird er mal
nicht können.
Gleichzeitig wurde eine große Menge Hirngewebe durch die
Hirnblutung weggespült - von dem Teil, in dem sich normalerweise
das Motorikzentrum entwickelt.
Folge - Jannik ist stark motorisch zurückgeblieben, ihm fehlen
die Bewegungsmuster, vor allem die der Arme.
Des weiteren schwankt Jannik stets zwischen Hypotonie ( fehlende
Muskelspannung ) und Hypertonie ( erhöhte Muskelspannung), diese
Situation macht es besonders schwierig, das Manko in den
Bewegungsmustern wettzumachen.
Die
Kombination von Sehbehinderung und motorischer Beeinträchtigung
machen Jannik das Aufholen sehr schwer - dadurch, dass er nicht
viele optische Reize aus der Umwelt aufnehmen kann, ist sein
inneres Bedürfnis, sich zu bewegen noch viel geringer als bei
Kindern mit "nur" motorischen Problemen.
Jannik ist 2 Jahre - er kann
noch nicht alleine Sitzen, er kann sich inzwischen im Liegen auf die Seite
und inzwischen auch auf den Bauch drehen( wenn er will),
aber er kann nicht alleine trinken, essen oder gar krabbeln.
Wir tun alles, damit Jannik möglichst viel aufholen kann - unser größter Wunsch ist, dass sich Jannik später einmal alleine zurechtfinden kann.
Aus diesem Grund bekommt Jannik momentan viel Förderung, was die Bewegung angeht als auch Förderung, was sein Sehvermögen betrifft.
Einmal wöchentlich ist Jannik zur Krankengymnastik - Jannik trainiert nach
Castillo Morales und Bobath. Und einmal pro Woche geht Jannik zum Baby-Schwimmen, das schönste, was es für ihn gibt. Beides findet im Krankenhaus in Göppingen statt.
Des weiteren erhält Jannik ca. 14 tägig Unterricht von der
Nikolauspflege , einer Institution zur Förderung von Sehschwachen und Blinden.
Seit dem Jannik diese Fördermaßnahmen erhält, verbessern sich seine Fähigkeiten auf beiden Gebieten mehr als erwartet.
Allerdings erwarten wir keine Wunder.