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Die neue, psychomotorische Ganzheitstherapie |
Seit Anfang November macht Jannik eine neue Therapie - eine psychomotorische Ganzheitstherapie.
Entwickelt hat diese Therapie Frau Dr.Kannegießer-Leitner aus Rastatt. Frau Kannegießer-Leitner ist selbst Mutter eines geistig schwerbehinderten Sohnes mit Angelmann-Syndrom. Das hat, natürlich ohne Berücksichtung der Tatsache selbst, den Vorteil, beide Sichten zu haben - sowohl die des Therapeuten als auch die der Eltern von Therapiebedürftigen. Und das unterscheidet sie positiv von anderen Therapeuten.
Diese "neue" Therapie ist nicht wirklich so neu - es sind keine völlig neuen Wege, die beschritten werden. Diese Therapie vereint vielmehr Bestandteile verschiedener bestehender Therapien, abgestimmt auf die Situation des Patienten.
Uns selbst war der Doman-Anteil wichtig. Doman selbst wollten wir aufgrund der völligen Unterordnung des gesamten Familienlebens unter das System ( 2 Jahre kein Urlaub, Therapie-Unterbrechung bei Krankheit nur nach Rücksprache mit dem Institut ... ) nicht. Allerdings versprachen wir uns viel von dem Ansatz, das "defekte" Gehirn mit gezielten Übungen wieder anzuregen bzw. ihm den "Wissensverlust" wieder beizubringen.
Auch sprechen die Erfolgszahlen für sich. Wer den N3-Beitrag "Eine Chance für Malin" kennt weiss, wovon wir reden - in beiderlei Hinsicht.
Den Tip für diese Therapie haben wir von Fam. Fischer aus Gräfelfing bei München bekommen. Till hat mit seiner Mutter und vielen Helfern ( und hohem finanziellen Aufwand!) 5 Jahre mit dem Doman- Institut in Philadelphia zusammengearbeitet. Allerdings haben sie nach diesen 5 Jahren aufgehört - nicht, weil schon alles erreicht war, sondern weil es einfach nicht mehr ging - 12h Therapie täglich und das 100%-ig - geht über die menschlichen Kräfte.
Und mit diesem Wissen haben wir nach einer Alternative gesucht - und gefunden.
Janniks Therapie umfaßt Übungen und Behandlungen aus folgenden Bereichen:
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- Motorik, Körperhaltung und Reflexe |
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| hier machen wir pattern, dh. wir führen an Jannik die Bewegungen aus, damit das Gehirn "lernt" diese Bewegungen automatisch zu übernehmen | |||||||||||
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- Gleichgewicht und Körperkoordination |
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| Schaukelübungen, Schwingen und Übungen auf dem Therapieball | |||||||||||
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- Handfunktion |
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| Handmanipulation, Pronation/Supination, Greifübungen | |||||||||||
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- Tastempfinden und Eigenwahrnehmung |
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| Ganzkörpermassage mit verschiedenen Materialien ( Pinsel, Bürste...), Benennung der massierten Körperteile, Tiefendruckmassage, Vibrationen |
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- Samonas Klangtherapie |
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Der Therapie-Plan - die Übungen im Einzelnen
Alle nachfolgend aufgeführten Übungen müssen 6 mal durchgeführt werden.
Dabei werden die Patternings weitestgehend zusammenhängend durchlaufen,
gepaart mit Gleichgewichtsübungen, um zwischendurch ein wenig aufzulockern bzw.
Erholungspause zu schaffen.
Motorik, Körperhaltung, Reflexe
| 5 min | Kreuzmuster-Patterning | |
| ( 3 min | Dennison-Patterning ) | |
| 3 min | Kreuzmuster in der Vorwärtsbewegung | |
| 3 min | Robben | |
| 3 min | Krabbelwagen-Patterning | |
| 3 min | Krabbeln auf dem Wagen | |
| 2 min | Arm-Patterning in Rücken-und Bauchlage |
Gleichgewicht und Koordination
| 3 min | Schaukeln und Schwingen | |
| 2 min | Therapie-Ball |
Handfunktionen
| 1 min | Handmanipulation( Massage) | |
| 1 min | Pronation/Supination (Drehen der Hände, überkreuz) | |
| 2 min | Greifübungen |
Tastempfindlichkeit/Eingenwahrnehmung
| 5 min | Ganzkörpermassage mit Materialien ( Bürste, Kamm) | |
| Tiefendruckmassage | ||
| Vibration gegen lange Röhrenknochen |
Sehvermögen und Augenbeweglichkeit
| 2 min | Gegenstände/Licht verfolgen | |
| 3 min | Bildkarten ( und Original) |
| 2 min | Geräusche der Umgebung | |
| Gedichte, Reime, Lieder |
Unsere Erfahrungen:
Wir sind noch nicht soweit, dass wir mit Jannik das gesamte Programm durchziehen - Jannik tut sich gerade bei den für ihn passiven Übungen schwer - kann äußere "Zwänge" nicht einfach akzeptieren - daher sind wir noch in der Anfangsphase. Bei Doman wären wir längst rausgeflogen - oder hätten Jannik schon richtig "gequält".
Generell konnten wir einen großen Entwicklungssprung seit der Benutzung des Krabbelwagens feststellen. Die Erfahrung, beweglich sein zu können, hat sich sehr positiv auf seinen Aktivitätswillen ausgeprägt.
Auch wenn Jannik noch nicht krabbeln kann, so fängt er jetzt selbständig an robben zu üben, während er früher einfach auf dem Rücken unter seinem Spieltrapez lag.
Das Pattern, wenn auch noch lange nicht in dem Pensum, wie gewünscht, wirkt sich jetzt schon positiv auf seine Armbeweglichkeit aus - er setzt die Arme selbständig ein, z.B. auf dem Krabbelwagen oder bei seine Robb-Versuchen.